Nachhaltigkeit

Unser Klimareport

Das Thema Nachhaltigkeit treibt uns nicht erst seit gestern um. Doch jetzt möchten wir einen Schritt weiter gehen und als Digitalagentur klimaneutral werden.

— Oliver Schmitt, Gründer und Geschäftsführer re-lounge

2019 stand sehr im Zeichen der Klimakrise, in der unser aller Planet bis zum Hals steckt.

Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit beschäftigen uns schon lange, weshalb wir uns bereits seit einigen Jahren bemühen, in unserer Agentur nachhaltiger und regionaler zu handeln. Doch ist das wirklich genug? Und wie können wir unsere Bemühungen eigentlich messen?

Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass dies nicht genug ist, und wir unseren Beitrag zum Klimaschutz Schritt für Schritt erhöhen möchten. Außerdem möchten wir unseren CO2-Fußabdruck erfassen. Und: Wir möchten ein klimaneutrales Unternehmen werden.

re-lounge beim Klimastreik in Freiburg
re-lounge beim Klimastreik in Freiburg
Unser Ziel ist es eine klimaneutrale Agentur zu sein.

Dazu haben wir unseren CO2-Fußabdruck ermittelt und werden diesen durch sinnvolle Klimaschutzprojekte ausgleichen. Unsere Klimaschutzbemühungen werden wir darüber hinaus durch jährliche Klimareports monitoren.

In Eigenregie haben wir nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt, wie viel CO2 wir in den Kategorien Energie, Reisen, Papier und Kaffee verbrauchen. Dabei haben wir uns tatsächlich sämtliche Rechnungen aus 2018 vorgenommen und haben Papier, Reisen, Kaffeebestellungen und vieles mehr zusammengerechnet, um dann anhand verfügbarer Rechner den CO2-Umsatz zu ermitteln.

Als Basis für den CO2-Ausgleich dient uns der Vorschlag des Umweltbundesamts (UBA), den auch Fridays for Future fordern: 180 €/Tonne CO2.

Unser CO2-Verbrauch im Überblick
Papier

Unser Papierverbrauch für Mailings, Ausdrucke und Hygienepapier (in Küche und Toilette) sah in absoluten Zahlen für 2018 wie folgt aus:

  • 6.900 „Blatt“ DIN-A4-Papier
  • 240 Rollen Toilettenpapier
  • 48 Rollen Küchenrolle

Dabei haben wir der Vereinfachung halber (und aus Mangel an passenden Rechnern) sämtliche Rollen Hygienepapier zusammengenommen und auch jede Postkarte, jeden Umschlag und jeden A5-, A4- und A3-Ausdruck als eine DIN-A4-Seite angenommen. Eine Rolle Küchenrolle haben wir als zwei Rollen Toilettenpapier gewertet. Dass wir dabei teilweise Recycling-Papier verwenden, haben wir nicht in die Berechnung einfließen lassen.

re-lounge Papierverbrauch in 2018
re-lounge Papierverbrauch in 2018
Reisen

Durch unsere zentrale Lage in Freiburg ist es uns möglich, häufig das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel (ÖPNV) zu nutzen. So kommt 85 % der Belegschaft ohne Auto zur Arbeit und nutzt stattdessen Fahrrad oder ÖPNV.

Für regionale Kundentermine nutzen wir das Fahrrad, den ÖPNV oder das Auto.

Für überregionale Reisen setzen wir auf die Deutsche Bahn oder Car-Sharing. Seit Oktober 2019 haben wir eines unserer beiden Autos durch Car-Sharing der Grünen Flotte ersetzt.

Auch auf Fernreisen kommen fast ausschließlich Bahnreisen zum Einsatz. Nur in sehr seltenen Ausnahmen und wenn es sich nicht vermeiden lässt, reisen wir auch mit dem Flugzeug. 2018 waren das sage und schreibe 3 Flüge.

Dieser Report nimmt das Jahr 2018 unter die Lupe. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir zwei Geschäftswagen im Einsatz.

re-lounge on Tour in 2018
re-lounge on Tour in 2018
Energie

Auf die Heizung und den Allgemeinstrom haben wir als Mieter wenig Einfluss, da diese über die Hausverwaltung abgerechnet werden. Insofern sind wir beim CO2-Verbrauch für Gas und Allgemeinstrom vom gesamtdeutschen Gas- bzw. Strommix ausgegangen.

Für unseren ganz eigenen Agentur-Strom aber beziehen wir Ökostrom aus Wasserkraft, womit wir schon einmal unser Bestes geben, die Umwelt möglichst schonend zu behandeln.

55.702 Kilowattstunden verbrauchen wir insgesamt in einem Jahr. Davon sind 16.500 kWh durch Ökostrom klimaneutral – ein Ziel wäre natürlich, diesen Anteil zu erhöhen.

re-lounge unter Strom in 2018
re-lounge unter Strom in 2018
Kaffee

Wie wohl den meisten Menschen in Europa ist auch unserem Team das Kaffeetrinken eine liebe Gewohnheit. Dass dafür jede Menge CO2 aufs Konto gehen, ist vielen nicht bewusst. Für ein einziges Kilo Kaffee werden durchschnittlich 10,7 kg CO2 freigesetzt. 36 kg Kaffeebohnen verbrauchen wir hier bei re-lounge in einem Jahr.

re-lounge und das schwarze Gold in 2018
re-lounge und das schwarze Gold in 2018
Was wir im Alltag tun
  • Ökostrom in unserer Agentur
  • Hosting mit Ökostrom
  • Car-Sharing
  • Bahnfahrt statt Flug (wenn sinnvoll möglich)
  • Print-Werbung konsequent abbestellen
  • Regionale Bio-Obstkiste
  • Recycling-Papier, wo möglich
  • Einkauf wenn möglich vor Ort
  • Dialogpost per GoGreen
  • Reduzierung unserer Briefaussendungen und Umstellung auf digitale Post
  • Getränke nur aus Glasflaschen
  • Take-away vom Porzellanteller mit Wärmedeckel oder aus der selbst designten Brot-Box
  • Unterstützer des Klimaaktionsbündnis Freiburg
Unsere Klimaprojekte
Aufforstung Kibale Nationalpark in Uganda
Foto: www.primaklima.org

Die Aufforstung des Regenwaldes auf den degradierten Flächen des Kibale Nationalparks in Uganda erfüllt viele Zwecke. Die Aufforstung schafft wieder genug natürlichen Lebensraum für die Tiere, die anfingen, die Felder der Einwohner*innen zu zerstören. Neue Einnahmequellen entstehen in vielfältiger Weise – Ökotourismus schafft Stellen als Naturführer*in, Wirt*in und vielem mehr. Auch mehr Waldarbeiter*innen können von dem Naturpark leben. Nicht zuletzt wird die Population der Wildtiere durch die Aufforstung wieder erhöht. Eine vielschichtige Verbesserung für Mensch und Tier vor Ort – und des Weltklimas.

Stromerzeugung aus Ernteresten
Foto von Ron Hansen auf Unsplash

Im indischen Bundesstaat Rajasthan lebt ein Großteil der Bevölkerung von Landwirtschaft und Viehzucht. Atmosfair hat ein Kraftwerk errichtet und dezentrale Sammelstellen organisiert, zu denen Landwirt*innen Erntereste bringen, aus denen im Kraftwerk Energie erzeugt wird. So werden Ressourcen genutzt, die bisher Abfall waren. Neue Arbeitsplätze entstanden und für die Landwirt*innen ein zusätzliches Einnahmefeld. Das alles zu dem „Preis“, dass Strom ohne fossile Kraftstoffe erzeugt wird. Diesen positiven Rundumschlag finden wir sehr beeindruckend und unterstützenswert.

Wir kommen mit unseren Berechnungen auf eine Kompensationssumme von 2.416,44 EUR, die wir auf 2.500,00 EUR aufrunden.

Sicher konnten wir nicht alles einbeziehen, da für vieles einfach die Daten fehlen. Jedes neu angeschaffte Material und Produkt (vom neuen Küchentisch zu Laptops und Rechnern oder auch „Kleinkram“ wie Heftzettel, Marker, Mäuse und Tastaturen) kostet natürlich jede Menge Ressourcen – darunter auch CO2. Dies möchten wir von Jahr zu Jahr genauer beobachten und auch hier nach dem Prinzip „vermeiden, wo möglich, kompensieren, wenn nötig“ berücksichtigen. Mit unserer Zahlung von 180,00 EUR pro Tonne CO2 orientieren wir uns an der Empfehlung des Umweltbundesamts und liegen damit weit höher als dem von Kompensationsanbietern empfohlenen CO2-Preis zwischen 5,00 – 23,00 EUR pro Tonne. So fühlen wir uns für dieses erste Jahr wohl mit unserem Beitrag.

Da Bäume CO2 binden, spricht viel für Klimaschutzprojekte, die Aufforstung betreiben und sich für den Erhalt von Wäldern, Urwäldern und Mooren einsetzen. Noch besser, wenn diese Projekte gleichzeitig noch den Menschen vor Ort helfen sich aus Armut und Abhängigkeiten zu befreien. Deshalb haben wir uns für das Projekt "Aufforstung des Kibale Nationalpark in Uganda" von PRIMAKLIMA entschieden, welches 1.250,00 EUR von uns erhält.

Einiges spricht andererseits für Klimaschutzprojekte, die CO2-neutrale Alternativen zu bisher genutzten Ressourcen ermöglichen oder die Nutzung bisher ignorierter natürlicher Ressourcen. Denn Aufforstung verspricht erst nach langen Zeiträumen – wenn Wälder gewachsen sind – einen effektiven Nutzen. Atmosfair unterstützt die Umweltbildung sowie viele Projekte, die wie oben beschrieben Hilfe leisten durch klimaschonende Verfahren. Auch hier wird neben dem Klimaschutz immer auch soziale Hilfe geleistet, in dem für Menschen neue Geschäftsfelder ermöglicht oder das eigene Leben ressourcenschonend vereinfacht wird. 1.250,00 EUR an das Projekt "Stromerzeugung aus Ernteresten in Indien" von Atmosfair.

PRIMAKLIMA und Atmosfair zählen übrigens laut einem Test der Stiftung Warentest aus 2018 zu den Top 3 der Klimaschutzorganisationen und wurden mit dem Testergebnis „sehr gut“ ausgezeichnet.

Wie geht es weiter?

Uns geht es nicht nur darum unseren CO2-Verbrauch monetär zu kompensieren und dennoch so weiterzumachen wie bisher. Stattdessen möchten wir unseren CO2-Verbrauch durch sinnvolle Maßnahmen weiter reduzieren.

Gerade auch Digitalprojekte erfordern einen Blick auf Klimaaspekte

Doch mit unserem eigenen Verbrauch hört es nicht auf. Gerade die fortschreitende Digitalisierung stellt das Klima vor immer größere Herausforderungen. Deshalb sehen wir uns als Digitalagentur auch in einer besonderen Verantwortung.

Verbesserte Bedienbarkeit (Usability) und schneller Seitenaufbau (Performance) von Websites und Apps kommen nicht nur den Nutzerinnen und Nutzern sowie der besseren Platzierung in Google & Co. zugute, sondern sie reduzieren durch geringere Serverlast auch den Stromverbrauch. Und wenn die genutzten Rechenzentren zusätzlich mit Ökostrom betrieben werden, dann nutzt dies auch stark dem Klima.

Deshalb werden wir auch in unseren Projekten auf Klimaschutzaspekte achten und möchten das Bewusstsein auch bei unseren Kunden schärfen.

Quellenangaben und Referenzwerte